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BAFA-SEE – KULTUR - REISE

DER BAFA-SEE

Der Bafa-See war einst ein Teil des ägäischen Meeres, nämlich die am weitesten ins Land reichende Bucht des Golfes von Milet. Die Einfahrt zum Golf kontrollierte das mächtige Milet, außerdem gab es den Hafen von Priene, Nulochos, sowie die Hafenstädte Myus, Pyrrhus, Herakleia am Latmos und Ioniapolis, ein Hafen, der sowohl von Milet genutzt wurde als auch von Herakleias Vorgängerstadt, die den gleichen Namen wie das Gebirge trägt: Latmos. In der Spätantike führten alluviale Ablagerungen des Flusses Mäander zur allmählichen Verlandung der Bucht, und Ende des Mittelalters war die Verbindung zum Meer völlig abgeschnitten.

Heute leben rund um den Bafa-See 224 Vogelarten. An den Hängen des Latmos (Beşparmak)-Gebirges wachsen 20 Orchideenarten und einige endemische Pflanzen. 1989 wurde der Bafa-See zum Nationalpark erklärt. Auf einer Fläche von 65 Quadratkilometern leben Wasservögel wie der Krauskopfpelikan, der Fischadler, die Brandseeschwalbe, Zwergkormorane oder Fischreiher, im Wasser die berühmten Aale, schmackhafte Bafa-Meeräschen, Seebrassen und Seebarsche. In den umliegenden Latmos-Bergen leben Wildtiere wie Wildschwein, Fuchs, Wildkatze, Igel und Dachs. Mit ihrer reichen Flora und Fauna ziehen der See und das umliegende Ökosystem Ornithologen, Botaniker, Maler und Naturfreunde an. Die mächtigen Felsblöcke und die aus der Antike stammenden Wanderwege sind ein Paradies für Wanderer und Kletterer. Schließlich lassen sich auf dem See auch schöne Bootstouren unternehmen.

EINE KARISCHE STADT IM LATMOS: HERAKLEIA

Das Latmos-Gebirge, das heute Beşparmak (fünf Finger) heißt und sich direkt vom Ufer des Bafa-Sees auftürmt, gehört seit jeher zu den heiligen Bergen Anatoliens. Der höchste Gipfel, Tekerlek, ist eine uralte Kultstätte, an der um Regen und Fruchtbarkeit gebetet wurde. Hier wurden der altanatolische Wettergott und eine lokale Berggottheit verehrt. Später nahmen der griechische Gott Zeus und Endymion, der Geliebte der Mondgöttin Selene, ihren Platz ein. Der Latmos ist durchzogen von gepflasterten antiken Straßen, die zur Regierungszeit des Pleistarch von Herakleia aus angelegt wurden. Sie dienten als Transportwege für die Handelsgüter der Region: Oliven, Olivenöl, Wein und den berühmten karischen Honig.

PRÄHISTORISCHE FELSMALEREI IN HERAKLEIA AM LATMOS

Prähistorische Felsmalereien aus dem 5. und 6. vorchristlichen Jahrtausend, die vor nicht langer Zeit entdeckt wurden, haben der Geschichte des Latmos eine ganz neue Dimension verschafft. Bisher sind 170 solcher Felsbilder bekannt. In chronologischer Reihenfolge war der Latmos unter hethitischer, karischer, hellenistischer, römischer, byzantinischer und seit dem Ende des 13. Jahrhunderts unter osmanischer Herrschaft. Die Vielzahl von Höhlen machte den Latmos zum Rückzugsgebiet von christlichen Einsiedlern, die im 7. Jahrhundert vom Sinai und aus Südarabien vertrieben wurden. Der bekannteste unter ihnen ist wohl Paulus der Jüngere, der im 10. Jahrhundert gelebt hat.

DAS DORF KAPIKIRI

Das Dorf hat 320 Einwohner. Sie leben vorwiegend von Viehzucht, Fischfang, Oliven und Imkerei. Einige Familien leben auch vom Fremdenverkehr. Unsere Region liegt im für Natur- und Kulturreisende interessantesten Nationalpark der Türkei. In unmittelbarer Umgebung des Bafa-Sees liegen viele beliebte Orte und antike Stätten. So ist Bafa der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge nach Ephesus, Iasos, Labranda, Priene, Milet, Bodrum (Halikarnassos), Kuşadası, Pamukkale, Didyma, Euromos oder Alinda.